Seine Interpretationen zeichnen sich, gemessen an damaligen Standards, durch hohe Werktreue aus. Er scheut sich aber auch nicht, Änderungen an den Partituren vorzunehmen, wenn es der von ihm beabsichtigten Wirkung dient. Sein Vorbild übt unmittelbaren Einfluss auf eine jüngere Dirigentengeneration aus (Bruno Walter, Otto Klemperer, Willem Mengelberg u.a.).
Der Rang als Komponist dagegen ist noch bis weit nach seinem Tod umstritten. Es bildet sich zwar schnell eine Gemeinde enthusiastischer Anhänger, in der musikinteressierten Öffentlichkeit treffen seine Schöpfungen jedoch zunächst überwiegend auf Desinteresse, Unverständnis oder Ablehnung.
Erst in den 1960er Jahren kann sich im Zuge der so genannten "Mahler-Renaissance" sein Werk endgültig durchsetzen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei der Dirigent Leonard Bernstein, der auch die erste Stereo-Gesamteinspielung der Sinfonien aufnimmt.
Heute wird sein Werk sowohl im Konzertsaal häufig gespielt als auch von namhaften Interpreten auf Tonträgern verbreitet, Mahler selbst gilt als eine paradigmatische Künstlerpersönlichkeit des Fin de Siècle.
Seine kompositorische Tätigkeit übt Mahler hauptsächlich neben seinem Dirigentenberuf in den Sommerferien aus, die er gewöhnlich in der österreichischen Bergwelt verbringt. Sein Werkverzeichnis ist dementsprechend eher schmal und auf wenige Gattungen beschränkt. Seine bedeutendsten Kompositionen sind Sinfonien und (Orchester-) Lieder, wobei beide Gattungen oft auf neuartige Weise miteinander kombiniert werden.